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Reform der EU-Saatgut-Gesetzgebung

Durch Spenden den Protest unterstützen:
Kto.-Nr.: 234389 Inhaber: BUKO-VzF e.V., EDG Kiel, BLZ 210 602 37,
Stichwort: Biopiraterie/Saatgut

Kontakt: info@saatgutkampagne.org

Kampagne für Saatgut-Souveränität

Zukunft säen – Vielfalt ernten: für krisensicheres und samenfestes Saatgut!”


Wir wollen einer weiteren Verschärfung geistiger Eigentumsrechte auf Pflanzensorten und einer Monopolisierung des Saatgutes durch die internationalen Konzerne entgegenwirken.
Für gentechnikfreie Saatgut- und Sortenvielfalt!
Für die Rechte der Bauern und Bäuerinnen im Umgang mit Saatgut aus eigener Ernte!
Für Transparenz im Saatgutbereich und für langfristige Ernährungssouveränität!
Hier der Aufruf zum Start der Kampagne 2008
Grazer Erklärung” Europäisches Positionspapier von 2010

Hintergrund-Texte und weiterführende Links

Internationale Saatgut-Tage in Griechenland 21.-23.4.2012

Zu Gast bei Peliti

Internationale Saatgut-Tage in Griechenland! Die Erhaltungs- Organisation „Peliti“ hatte für den 21.-23. April nach Nordost-Griechenland eingeladen und viele waren gekommen, auch Aktive aus der Kampagne für Saatgut-Souveränität aus Deutschland, Österreich, Portugal und Frankreich.

Peliti“ – eine Bezeichnung für eine im Norden Griechenlands wachsenden Eichenart – ist eine Organisation für die Erhaltung und Verteilung von Saatgut alter Pflanzensorten, vorwiegend von Gemüsesorten. Ihren Ursprung hat Peliti in der Sammlungstätigkeit von Panagiotis Saitounidis, der von zwanzig Jahren begonnen hatte, Saatgutproben zu sammeln, um dem Verschwinden einer damals noch vorhandene, aber schon schrumpfende Vielfalt von Kulturpflanzen etwas entgegenzusetzen. Vor gut zehn Jahren begannen dann die Saatgut-Festivals von Peliti, bei denen Saatgut gratis an Interessierte abgegeben wird, damit die Sorten in den Gärten weiterhin präsent bleiben. (weiter)

Aktuelle Tauschbörsen:



- Video-Message von Olivier de Schutter (frz.,, engl. Untertitel 70 MB)

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- Bücher: gärtnerisches & politisches

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- „Grazer Erklärung” Europäisches Positionspapier von 2010

- Kompletter Aufruf „Zukunft säen – Vielfalt ernten”

- „Der Kampf ums Saatgut”
zur EU-Saatgut-Gesetzgebung und ihrer Reform

- PRESSESCHAU ZU DEN SAATGUT-AKTIONSTAGEN:

# ZDF 18/04

# "junge Welt" 19/04/2011

# "Neues Deutschland" 19/04/2011

# Indymedia BXL

# JT RTBF 18/04

# JT RTL 18/04

weitere hier

DISCUSSING SEED SOVEREIGNTY

Video-Interviews zu Saatgut-Souveränität

WORLD CAFÉ zu SAATGUT-SOUVRÄNITÄT

Mehr als 40 Perosnen von 17 Organisationen und Gruppen aus 12 europäischen Ländern nahmen am World Café in Brüssel am 18.4.2011 teil, hier die Liste.

DIASCHAU zu den AKTIONSTAGEN

FOTOS mit KOMMENTAREN


Kaperbrief 11: Zugang zu Saatgut – ein Menschenrecht u.a.


Plakatbestellung: info@saatgutkampagne.org

Postkarte:

Bestellungen an:
info@saatgutkampagne.org

Februar 2012: Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofes zum Saatgutrecht steht bevor:
Saatgut-Vermarktungsverbote in der EU 2012 vor dem Aus?!

Die Generalanwältin beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) Juliane Kokott hat gefordert, das Vermarktungsverbot aufzuheben, das gegenwärtig für Saatgut von Pflanzensorten gilt, die nicht in offizielle Sortenkataloge eingetragen sind. Dies ist das wesentliche Ergebnis ihres Schlussantrages im Fall „Association Kokopelli gegen Graines Baumaux“. Darin heißt es wörtlich: „Das … Verbot, Saatgut von Sorten zu verkaufen, die nicht nachweislich unterscheidbar, beständig und hinreichend homogen sind … ist wegen Verletzung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit, (…) ungültig.“

Die Saatgut-Kampagne „Zukunft säen – Vielfalt ernten“ und die ÖBV / Via Campesina Österreich begrüßen, dass Generalanwältin Kokott die Ungültigkeit des Vermarktungsverbotes feststellt. Wenn das Gericht diesem Antrag folgt – was oft geschieht – werden entsprechende Regelungen in der europäischen Saatgutverkehrsgesetzgebung hinfällig; die EU-Richtlinien für Saatgut und die nationalstaatlichen Umsetzungen dieser Richtlinien müssten in diesem Sinne überarbeitet werden.

Dies wäre ein sehr erfreuliches Ergebnis für alle Initiativen und Betriebe, die sich der Erhaltung alter Pflanzensorten, ihrer Weiterentwicklung und der Verbreitung von Saatgut dieser Sorten widmen. Ein Sieg für viele Menschen, die sich der Ausweitung der Vielfalt im Garten und auf dem Acker verschrieben haben!

Kokopelli, das französische Netzwerk zur Saatgut-Erhaltung mit 6.000 Mitgliedern, war wegen des Vertriebes nicht eingetragener Sorten zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro und Unterlassung verurteilt worden. Das Berufungsgericht von Nancy hatte die Frage des Vermarktungsverbotes dem EuGH vorgelegt. Gegen die Position von Kokopelli hatten auch der Rat und die Kommission der EU sowie die Regierungen Frankreichs und Spaniens Partei ergriffen.

In ihrem umfangreichen Schlussantrag bezieht sich Juliane Kokott positiv auf die Erhaltung der Agrobiodiversität, benennt die Gefahr der Zerstörung dieser Vielfalt durch die Dominanz des industriellen Saatgutes und würdigt den Internationalen Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen (ITPGR-FA) als Rechtsquelle. Kokott zeigt auf, dass das gegenwärtig noch bestehende Vermarktungs­verbot für bäuerliches Saatgut eine völlig überzogene Maßnahme ist, die keinen Bestand haben kann. Folgt das Gericht diesem Antrag, wird die EU-Kommission die entsprechenden Passagen in den verschiedenen EU-Richtlinien zum Saatgutrecht aufheben müssen und die Mitgliedstaaten der EU auffordern müssen, dem zu folgen.
(mit Korrektur vom 22.2.2012)

Medienhinweise:

Presseerklärung von Saatgutkampagne und ÖBV / Via Campesina Austria als PDF

Plädoyer der Generalanwältin

Presseerklärung von Kokopelli in deutscher Übersetzung und im französischen Original

Aktueller Newsletter Nr. 5 der Saatgutkampagne

Die Saatgutkampagne wird gefördert durch:



16. Oktober 2011 - Erklärung zum Welternährungstag:
Saatgut-Souveränität ist die Grundlage für Ernährungssouveränität!

Am 16. Oktober ist Welternährungstag / Welthungertag. Das Forum für Ernährungssouveränität Nyeleni-Europa, das im August in Krems/Österreich stattgefunden hat, ruft für die Woche davor zu dezentralen Aktionen auf.

Wir, die Saatgutkampagne, verstehen uns als Teil der Aktionen und Bewegungen für Ernährungs-Souveränität.

Wir fordern mit den Worten der „Erklärung von Graz” des 5. Europäischen Saatguttreffens 2010:

  • das Recht, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, nachzubauen, weiterzugeben und zu verkaufen;

  • die Förderung der Sortenvielfalt in allen Regionen durch Unterstützung der ErhalterInnen und ZüchterInnen biologischer und samenfester Sorten, die nachbaufähig sind;

  • das Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft;

  • das ausnahmslose Verbot von Patenten auf Pflanzen und Tiere, deren Eigenschaften und Gene sowie von Patenten auf Züchtungsmethoden;

  • eine neue Agrarpolitik, die statt energieintensiver Großbetriebe und Monokulturen vielseitige ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe fördert.

Als Zeichen unser Solidarität mit den weltweiten Kämpfen dafür veröffentlichen wir zum 16.10. eine Grußbotschaft von Oliver de Schutter, dem UN Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Diese Videobotschaft hatte er anlässlich der Saatgut-Aktionstage in Brüssel im April 2011 an die Saatgutkampagne und das Europäische BürgerInnen Forum, als einem der InitiatorInnen der Kampagne geschickt.

Oliver de Schutter beschäftigt sich mit Saatgutpolitik und dem Verhältnis zwischen dem Zugang zu Saatgut und dem Recht auf Nahrung. Sein Fokus liegt auf der Situation in Entwicklungsländern und darauf, was die europäische und globale Entwicklung der Saatgut-Gesetzgebung für KleinbäuerInnen bedeutet: „Wir dürfen auf keinen Fall eine Situation dulden, in der die Verbreitung kommerziellen Saatguts auf Kosten von traditionellen und bäuerlichen Sorten erfolgt.”

Medienhinweise:

Der Text in deutscher Übersetzung

Video mit englischen Untertiteln online schauen.

Video zum Download (70 MB!)

Aktueller Newsletter Nr. 4 der Saatgutkampagne

Aktionstage in Portugal – Bericht (portugiesisch):

17./18. April:
Aktionstage in Polen – über 100 Veranstaltungen zur Bewahrung des Saatgutes
:

Aktion in der Schweiz:
Freitag, den 15. April von 14-16 Uhr, Bern (CH)
Übergabe von 25.000 Unterschriften aus der Schweiz





Plakat zum Download

Initiatoren der Kampagne:

Notkomitee für die Erhaltung der Weizenvielfalt ohne Gentechnik
BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie

IG für gentechnikfreie Saatgutarbeit

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
Interessengemeinschaft Nachbau

5. Treffen der europäischen Saatgut-Initiativen „Let‘s liberate diversity” Graz, 25.-27. März 2010

Der Film zum Thema „Saatgut”, Interviews mit Gästen und OrganisatorInnen der Saatgut-Tagung in Graz 2010.

Stationen des Reformprozesses des EU-Saatgutrechts

Oktober 2011: Die EU Generaldirektion SanCo hat die Antworten auf die Umfrage von Mai 2011 online gestellt!

Mai 2011: Die EU Generaldirektion SanCo hat einen Optionenvergleich für verschiedene Szenarien der Reform der Saatgut-Gesetzgebung veröffentlicht und bittet um Stellungnahme auf einem Antwortbogen..
Deutschsprachige Einführung in diesen Optionenvergleich.

Freies Saatgut für alle!
Internationale Aktionstage für Saatgut-Souveränität –
gegen die neue Saatgut-Gesetzgebung der EU
Brüssel – 17./18. April 2011


Aktionstage in Brüssel

Europäische Saatgutbörse in Brüssel mit großer internationaler Beteiligung


Während der 1. Europäischen Saatgut-Tauschbörse in Brüssel boten am Sonntag, den 17. April, über 30 Saatgut-Initiativen aus 10 europäischen Ländern Saatgut von alten bäuerlichen Sorten zum Tausch an. Sie knüpften damit an eine landwirtschaftliche Tradition an, die in der industrialisierten Landwirtschaft in Westeuropa weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Hunderte von Sorten aus den unterschiedlichsten Regionen lagen auf Tischen zum Mitnehmen aus und regten zu intensiven Gesprächen an.

Saatgut-Tauschbörsen gibt es in einzelnen europäischen Ländern schon, dies ist aber die erste auf europäischer Ebene“, sagte der deutsche Mitorganisator Jürgen Holzapfel, der selbst Landwirt ist und alte Weizensorten anbaut. „Solche Tauschbörsen leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhalt der landwirtschaftlichen Pflanzenvielfalt.“

Anlass für die Saatgut-Tauschbörse war der weltweite Aktionstag der Kleinbauernaktion La Via Campesina am 17. April. „Saatgut ist seit die Grundlage für die Ernährungssouveranität in Polen sagte Maciek Pilarski, Koordinator der International Coalition to Protect the Polish Countryside aus Stryszow. „In Polen gibt es 1,5 Millionen Kleinbauern, die eine wichtige Rolle bei der Erhaltung alter Sorten spielen können.“

Die Bedeutung des Saatguts erkennt man in der Türkei daran, dass nur diejenigen, die Saatgut vermehren können, Bauern genannt werden. Die anderen nennt man ‚Feldwächter’“, erzählte Abdullah Aysu, Präsident des Bündnisses von Bauernvereinigungen in der Türkei (Çiftçi Sen), das mehr als 40 000 Kleinbauern vertritt. Çiftçi Sen ist Mitglied bei Via Campesina und beteiligte sich deswegen an der Saatguttauschbörse in Brüssel.


Die Saatguttauschbörse ist Teil von Saatgutaktionstagen, die von der internationalen Saatgutkampagne Zukunft säen, Vielfalt ernten organisiert werden (www.saatgutkampagne.org). Im Rahmen der Aktionstage wird am Montag eine Petition mit mehr als 50 000 Unterschriften aus 20 Ländern an das EU Parlament übergeben. Die Petition protestiert gegen geplante Reformen der EU Gesetzgebung, mit denen die Möglichkeiten bäuerliches Saatgut zu tauschen und zu verbreiten europaweit eingeschränkt würden.


Weitere Informationen:

International Coalition to Protect the Polish Countryside: www.icppi.pl

Çiftçi Sen: www.karasaban.net


Fotos in guter Auflösung auf Anfrage verfügbar

Über 58.000 Unterschriften an EU-Parlamentarier übergeben

Bunter Demonstrationszug durch Brüssel auf "Anti-Lobby-Tour"


Am Montag, den 18. April, dem zweiten Tag der internationalen Aktionstage für Saatgut-Souveränität, zog eine große Demonstration durch das Brüsseler Europaquartier. Auf dieser "Anti-Lobby-Tour" wurde vor dem Gebäude des Saatgutkonzernes Bayer eine Petition mit über 58.000 Unterzeichnern an drei Abgeordnete des EU-Parlamentes übergeben.


Initiator Jürgen Holzapfel betonte dabei die Forderungen der Saatgutkampagne: "Wir bestehen auf dem Recht, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, nachzubauen und weiterzugeben. Außerdem fordern wir die Förderung regionaler Sortenvielfalt, indem die Saagut-ErhalterInnen und ZüchterInnen biologischer Sorten unterstützt werden. Und schließlich verlangen wir ein neues Verfahren der Saatgutzulassung, das GVO-Saatgut verbietet sowie chemie- und energieintensive Sorten einschränkt."

In ihrer Antwort auf die Übergabe der Unterschriften bezeichnete die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, die Belgierin Isabelle Durant, die Demonstranten als eine Avantgarde, die wichtige Themen ansprechen würden. Sie forderte dazu auf, dies auf allen Ebenen und auch in den Heimatländern zu tun. Gemeinsam mit ihren Parlamentskollegen Marc Tarabella und Kriton Arsenis nahm sie die Unterschriften in Empfang. Diese lagen in drei Schubkarren und wurden so von den Abgeordneten eigenhändig zum EU-Parlament geschoben. Tarabella sagte bei der Übergabe zu, eine Untersuchung über die möglichen Folgen der Reform der EU-Saatgutgesetzgebung in Auftrag zu geben.


Weitere Stopps legte die Demonstration bei der "European Seed Association" (ESA) ein, der Lobby-Organisation der Europäischen Saatgutindustrie, sowie bei der "Generaldirektion Forschung" der EU-Kommission, die beide an der verfehlten Förderung des industriellen und des gentechnisch veränderten Saatgutes mitwirken. Mit phantasievollen Theaterstücken und Redebeiträgen aus der Türkei und aus Indien zu den Auswirkungen des EU-Saatgutrechtes auf die jeweilige kleinbäuerliche Landwirtschaft endete die Demonstration am Place du Luxembourg.

"Die Aktionstage waren ein voller Erfolg!" resümiert Mitorganisatorin Anne Schweigler von der Saatgutkampagne und sieht optimistisch in die Zukunft: "Die Begeisterung und das Interesse vieler Menschen an der Saatgut-Tauschbörse und die kritische Kreativität vieler engagierter Menschen aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen vermitteln Hoffnung. Hier werden konkrete und praktikable Alternativen zur fortschreitenden Privatisierung aller Bereiche des Lebens und des Lebendigen aufgezeigt."


Fotos auf Anfrage auch in größerer Auflösung:

-1.: Der Demonstrationszug zieht in Richtung EU-Parlament (Foto: Johannes Geiermann)

-2.: Jürgen Holzapfel, Saatgutkampagne, und MEP Marc Tarabella bei der Übergqbe der Unterschriften (Foto: Anne Schweigler)

-3.: MEP Marc Tarabella, Vizepräsidentin Isabelle Durant und MEP Kriton Arsenis fahren die Schubkarren zum EU-Parlament (Foto: Johannes Geiermann)


Keine Vielfalt ohne eine grundlegende Umkehr im EU-Saatgutrecht!

ein Diskussionsbeitrag
von Andreas Riekeberg, vom 22.1.2011, Stand: 6.6.2011

Saatgut ist zusammen mit Wasser und Boden das wichtigste Produktions­mittel für Landwirtschaft und Garten­bau – es sind die Grundlagen unserer Ernährung und unseres Lebens.

Im folgenden Text wird der Zustand des Saatgutverkehrsrechtes als eines wichtigen Teilbereiches des Saat­gut­rechtes dargestellt, der Zusammen­hang dieses Rechtes mit dem Verlust landwirtschaftlicher Vielfalt aufgezeigt und dann die geplante Revision der EU-Saatgut-Gesetzgebung im Einzel­nen dargelegt.
Der Schluss ist: kosmetische Korrekturen am gegenwärtigen Recht wie an der geplanten Reform helfen nicht, die Vielfalt zu bewahren und zu erneuern – eine grundsätzliche Umkehr scheint sich als unabdingbar zu erweisen – sowohl im Bereich des Rechtes, als auch bei der politischen Diskussion darüber und ebenso in der Praxis und Struktur der Pflanzenzüchtung.

Weiter...

Text als PDF


La Via Campesina, 16.3.2011:
BALI SEED DECLARATION
Peasant Seeds: Dignity, Culture and Life. Farmers in Resistance to Defend their Right to Peasant Seeds

Vom 25. bis 27. März 2010 versammelten sich in Graz, Österreich, 160 VertreterInnen europäischer Saatgutnetzwerke, von Initiativen zur Erhaltung, Nutzung und Verbreitung der pflanzlichen Vielfalt, zivilgesellschaftlicher Organisationen, GärtnerInnen, ZüchterInnen, Bauern und Bäuerinnen aus mehr als 20 Ländern beim 5. Europäischen Saatguttreffen „Let´s liberate diversity!“. (...)

Grazer Erklärung: Freiheit für Vielfalt

(...) Wir fordern:

  • das Recht, Saatgut aus eigener Ernte zu gewinnen, nachzubauen, weiterzugeben und zu verkaufen;

  • die Förderung der Sortenvielfalt in allen Regionen durch Unterstützung der ErhalterInnen und ZüchterInnen biologischer und samenfester Sorten, die nachbaufähig sind;

  • das Verbot von Gentechnik in der Landwirtschaft;

  • das ausnahmslose Verbot von Patenten auf Pflanzen und Tiere, deren Eigenschaften und Gene sowie von Patenten auf Züchtungsmethoden;

  • eine neue Agrarpolitik, die statt energieintensiver Großbetriebe und Monokulturen vielseitige ökologisch wirtschaftende Bauernhöfe fördert.

Diese Forderungen richten sich an die Regierungen und an die Europäischen Institutionen.

Die TeilnehmerInnen des 5. Europäischen Saatguttreffens in Graz am 27. März 2010

Die Grazer Erklärung komplett als PDF:




Start der Saatgut-Kampagne im Sommer 2008

Wir wollen einer weiteren Verschärfung geistiger Eigentumsrechte auf Pflanzensorten und einer Monopolisierung des Saatgutes durch die internationalen Konzerne entgegenwirken. Wir rufen zu einer europaweiten Saatgutkampagne auf:

- für gentechnikfreie Saatgut- und Sortenvielfalt,

- für die Rechte der Bauern und Bäuerinnen im Umgang mit Saatgut aus eigener Ernte,

- für Transparenz im Saatgutbereich und für langfristige Ernährungssouveränität!

Weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit hat die EU-Kommission 2008 begonnen, das EU-Saatgutverkehrsrecht zu überarbeiten. Die Änderungen sollen bis Ende 2011 in Kraft treten. Unter der Bezeichnung „Better Regulation“ will sie beim Saatgutrecht Bürokratie abbauen und die Gesetze vereinheitlichen. Zur Zeit wird der Saatgutverkehr in der EU durch 12 Richtlinien geregelt, die in den EU-Ländern unterschiedlich umgesetzt werden. Eine Evaluation der jetzigen Gesetzgebung wurde privaten Firmen unter der Leitung des Consultingbüros „Arcadia“ übertragen, welches bereits mehrfach für die Gentechnik-Industrie tätig war. Seitdem die ersten Saatgutverkehrsgesetze in den 1960er Jahren verfasst wurden, hat sich der Saatgutmarkt zu einem internationalen Business entwickelt. Die zehn größten Saatgut-Konzerne kontrollieren inzwischen 57% des weltweiten Saatgutmarktes. Die führenden Saatgut- und Agrarchemiekonzerne – unter ihnen Bayer, Monsanto, Syngenta, Limagrain, BASF - üben auf die Änderungsvorhaben der EU entscheidenden Einfluss aus.

Hier der komplette Text unseres Aufrufes zum Engagement gegen die neue EU Saatgutgesetzgebung

UnterstützerInnen der Kampagne:

Österreichische Bergbauern- und Bäuerinnen Vereinigung (ÖBV), Via Campesina Austria

Red de Semillas (Spanien)

Red Andaluza de Semillas (Spanien)

BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie

BUKO-Agrarkoordination

Aktionsnetzwerk globale Landwirtschaft

Europäisches Bürgerforum

Europäische Kooperative Longo Mai

Dachverband Kulturpflanzen- und Nutztiervielfalt e.V.

Save our Seeds

Basler Appell gegen Gentechnologie (CH)

A SEED Europe (NL)

Percy Schmeiser; Rapsfarmer aus Kanada

PelitiSaatgut-Tauschnetz in Griechenland (HE)

Δικτυο Οικοκοινότητα
(Eco-community Network)

Ο Σπόρος ("The Seed")

Kampagne „Prudence OGM“ (F)



KAMPAGNEN-AUFRUF
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PETITION
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Hintergrundartikel von Anne Schweigler und Peter Clausing:
Über die Geschäftspraktiken der internationalen Saatgutindustrie
Teil 1: Die Durchsetzung der Konzernmacht und deren juristische Absicherung
Teil 2: Der Kampf um krisensicheres Saatgut

Vergangene Ereignisse:


Fr. 14. - So. 16.1.2011: Seminar „Kämpfe um Saatgut“
Informationen zur Situation und Entwicklung gemeinsamer Handlungsideen und -ansätze.
Programm hier.

5. Europäische Saatgut-Tagung
Kulturpflanzenvielfalt für alle“
25.-27.3.2010 in Graz/Österreich
Abschluss-Erklärung
Programm


22.1. in Berlin!



Impressum: verantwortlich für diese Homepage:
Andreas Riekeberg, Räubergasse 2a, 38302 Wolfenbüttel. E-Mail: info (bei) saatgutkampagne.org