Informations-Rundreise
über den Widerstand in Kolumbien

gegen das Freihandelsabkommen mit den USA und die
Saatgutgesetze, die die Nutzung und Verbreitung von bäuerlichen Sorten verbieten

Durch Spenden den Protest unterstützen:
Kto.-Nr.: 234389
Inhaber: BUKO-VzF e.V.,
EDG Kiel, BLZ 210 602 37,
Stichwort: „Saatgutkampagne“

Bei Überweisungen aus dem Ausland:
IBAN: DE 64 2106 0237 0000 2343 89
BIC bzw. SWIFT: GENODEF1EDG

Kontakt: info@saatgutkampagne.org




Hintergrund

2010 wurden in Kolumbien durch die Verordnung 970 alle nicht registrierten Sorten grundsätzlich verboten. Erst durch die Beschlagnahmung der Saatgutvorräte der Bauern und Bäuerinnen wurde die Verordnung nach und nach bekannt. Die Proteste der Bauern und Bäuerinnen sind im Laufe der letzten zwei Jahren zu einem nationalen Streik angewachsen. Auf Grund dieser massiven Proteste wurde die Verordnung der Landwirtschafts- und Viehzuchtbehörde (ICA) Anfang September 2013 suspendiert und von einer neuen Verordnung abgelöst. Diese erlaubt die Nutzung der „kreolischen“ Sorten, aber verbietet nach wie vor deren Verkauf, selbst als Nahrungsmittel. Sie ändert also nicht grundsätzlich die Situation auf juristischer Ebene und ist keine Lösung.

Vom 6. März bis zum 6. April 2014 werden drei VertreterInnen kolumbianischer Organisationen für die Erhaltung der traditionellen Kulturpflanzen und der bäuerlichen Rechte nach Europa kommen. Die kolumbianische Delegation wird organisiert von Cynthia Osorio vom Erhaltungs-Netzwerk „Samen des Lebens“. Sie ist Autorin des Hintergrundartikels „Saatgutzerstörung und Widerstand in Kolumbien“ in der Januar- Ausgabe der Monatszeitschrift „Archipel“ des Europäischen BürgerInnenforums (www.forumcivique.org).

In Kolumbien wird die Vertreibung der Landbevölkerung mit blutiger Gewalt betrieben. Der Widerstand der Bauern, sowie der indigenen und afroamerikanischen Gemeinschaften wird brutal unterdrückt. Die Delegation möchte über die Auswirkungen der Saatgutgesetze auf die Lebensgrundlagen der Landbevölkerung, die Umwelt, die Ernährungssouveränität der gesamten Bevölkerung und ihren Widerstand dagegen informieren. Sie hoffen, mit der Tournee in der europäischen Öffentlichkeit Verständnis für ihre Situation zu schaffen, um uns als informierte Beobachter und Unterstützer zu gewinnen, die mithelfen, die kolumbianische Regierung zum Einlenken zu bewegen.Auch Europa steht vor der Entscheidung über ein neues Saatgutgesetz und ein Freihandelsabkommen mit den USA. Die von der EU vorgelegte Saatgutverordnung unterscheidet sich nicht wesentlich von den Gesetzen in Kolumbien, mit dem Unterschied, dass dort Millionen Bauern Gefahr laufen, ihre Existenz zu verlieren. Hier in Europa können sich die Großbauern das hochgezüchtete Saatgut der Konzerne leisten, weil sie mit Milliarden Euro von der EU subventioniert werden. Die neuen Saatgutgesetze treffen hier vor allem die kleinbäuerliche und biologische Landwirtschaft, sowie alle Organisationen, die sich für die Erhaltung der Vielfalt durch die Vermehrung und Verbreitung traditioneller Sorten einsetzen.

Die Tournee erfolgt auf Einladung von Longo maï, des Europäischen BürgerInnenforums und der Kampagne für Saatgut-Souveränität. Wir wollen mit der Tournee verschiedene Kreise erreichen:
- landwirtschaftlich und gärtnerisch aktive Menschen, die sich für die Ernährungssouveränität und die bäuerlichen Rechte einsetzen;
entwicklungspolitisch aktive Gruppen und Organisationen;
- Gruppen, die sich mit den Freihandelsabkommen und den TTIP-Verträgen auseinandersetzen;
- Medien und Politiker.


Tourneeplan

DEUTSCHLAND und NIEDERLANDE: 7.-12. März

Fr., 7. März, 15.30 Uhr
Düsseldorf
Bürgerhaus Bilk (Salzmannbau)- Himmelgeister Str. 107 (2. Etage)

Sa., 8. März, 13.30 Uhr:
Groningen (NL)
Reclaim the Seeds-Treffen
Gesamtprogramm (in NL)

So., 9. März, 20 Uhr:
Amsterdam: Voedlink“, Bilderdijkstraat 165 f,
1053 KP Amsterdam

Mo., 10. März, 15.30 Uhr
in der Nähe von Kreiensen
wegen begrenztem Platz nur nach Voranmeldung per Mail an
info@saatgutkampagne.org

Di., 11. März, 18.30 – 21 Uhr
Saarbrücken,
Ministerium für Bildung und Kultur, Hohenzollernstraße 60, Saarbrücken
(Eingang "Ehrenhof", Keplerstraße, Ministerium für Umwelt)

Mi., 12. März, 20 Uhr:
Freiburg,
öffentliche Veranstaltung mit der Gartenkooperative Freiburg:
Ort: Weingut Andreas Dilger - Urachstr. 3, Freiburg-Wiehre (Tram Linie 2), vorher ab 19 Uhr: Saatgut-Tauschbörse


SCHWEIZ: 14.-18. März

Fr., 14. März, 19 Uhr
öffentliche Veranstaltung, Shedhalle, Rote Fabrik Zürich

Sa., 15. März:
10.30 Uhr
Saatguttauschbörse
Shedhalle, Rote Fabrik Zürich

So., 16. März:
Undervelier (CH)
Besuch der landwirtschaftlichen Kooperative Longo maï

Mo., 17. März, 19 Uhr
Basel

Veranstaltung mit Multiwatch, Longo mai, EBF, im Unternehmen Mitte, Salon 1.Stock,

Di., 18. März: dès 12/13h
Genève/Genf, Jardin de Cocagne,
dès 19h ; soirée d’information à l’Ilot 13, 14, rue Montbrillant avec Uniterre, Forum Civique Européen, Longo mai, Infokiosque GE.


ÖSTERREICH: 20. - 24. März
organisiert von der ÖBV/Via Campesina Austria; Veranstaltungen u.a.:

Fr., 21. März, 14 Uhr
Villach - Evangelisches Pfarrzentrum St. Ruprecht.

Fr., 21. März, 19 Uhr:
Klagenfurt - Veranstaltung an der Alpen-Adria Universität

Sa., 22. März, 18.30 Uhr:
Graz, Forum Stadtpark

So., 23. März, 12 Uhr:
Haus am Bach,
Markt Hartmannsdorf

Mo., 24. März, 18.00 Uhr
Wien -
Universität, Institut für Bodenkultur,
Simonyhaus HSI, Peter-Jordan-Straße 65, 1180 Wien
organisiert von ÖBV-Via Campesina Austria, Attac-Österreich, FIAN


FRANKREICH: 25. - 31.März

Mi., 26. März: Grenoble

Do., 27. März: Forcalquier
Saatguttauschbörse in und öffentliche Veranstaltung mit Radio Zinzine

Fr., 28. März, Arles,
Veranstaltung mit Forum Civique Europeen, Attac, JOURNARLES

BELGIEN: 1. / 2. April

Di., 1. April, 20 Uhr
Antwerpen:
Costa St Andries,
St Andriesplaats 24


Mi., 2. April, 19.30 Uhr:
Brüssel,
place fernand cocq
(venue to be announced)



BERLIN: 3. / 4. April

Fr., 4. April, 15 Uhr:
Berlin: Informations- und Gesprächsrunde mit Voranmeldung
Einladung hier herunterladen.


Erklärung aus Kolumbien

Die indigenen, afro-kolumbianischen, bäuerlichen und sozialen Organisationen haben diese gemeinsame Erklärung verabschiedet:

In Kolumbien existiert bis heute eine außergewöhnlich große Kulturplanzenvielfalt, die von Tausenden althergebrachten indigenen Planzensorten gebildet wird und von Millionen Bauern und Bäuerinnen der indigenen, afro-kolumbianischen und bäuerlichen Gemeinschaften erhalten wird. Die Samen sind ein wichtiges „Kulturgut der Bevölkerung im Dienst der Menschheit“ und die Grundlage ihrer Nahrungssouveränität und Lebensmittel sicherheit. Deshalb müssen sie in der Hand der Bauern und Bäuerinnen bleiben.80 Organisationen haben am 2. und 3. Oktober die erste „Nationale Versammlung des Netzwerkes für Freies Saatgut in Kolumbien“ durchgeführt, auf der sie gemeinsame Strategien und Aktionen zur Verteidigung ihres Saatgutes geplant haben. Dabei haben sie folgende grundsätzliche gemeinsame Positionen beschlossen:

1. (…) die Normen der heutigen Gesetzgebung verletzten die Rechte über das genetische Kulturgut der Nation und die gemeinschaftlichen Rechte der Völker über die freie Nutzung, Produktion und Verkauf von Saatgut. Sie kriminalisieren die Nutzung durch die Bauern und Bäuerinnen; (…)

2. Wir akzeptieren kein intellektuelles Eigentum auf Saatgut (Patente oder Sortenschutz); (…) Wir fordern die Abschaffung der Verordnung 970

3. und aller Verordnungen, die diese ersetzen sollen; (…)

4. Wir verurteilen die Beschlagnahmung von Saatgut und die juristische Verfolgung der Bauern und Bäuerinnen, die das ICA in verschiedenen Regionen Kolumbiens durchführt. Zwischen 2010 und 2012 wurden laut Angaben des ICA 4.167.225 kg Saatgut beschlagnahmt. Diese Maßnahmen
(…)

Für jedes Saatgut, das beschlagnahmt wird, werden wir dafür sorgen, dass es wieder auf den Feldern der kolumbianischen Bauern und Bäuerinnen wächst und blüht, sich vermehrt, sich neu aussät und frei verbreitet.

Weite hier

Originaltext


Infos zum Saatgutrecht

Hintergrund-Texte und weiterführende Links

Bestellungen: info@saatgutkampagne.org


Impressum: verantwortlich für diese Homepage:
Andreas Riekeberg, Räubergasse 2a, 38302 Wolfenbüttel. E-Mail: info (bei) saatgutkampagne.org

Initiatoren der Kampagne:


Notkomitee für die Erhaltung der Weizenvielfalt ohne Gentechnik

BUKO-Kampagne gegen Biopiraterie


IG für gentechnikfreie Saatgutarbeit

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
Interessengemeinschaft Nachbau